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  • AutorenbildDr. med. Ziad Atassi

Interview mit Noemi Stöckly - TCM Therapeutin aus Wädenswil und Gastautorin


Liebe Noemi, Du betreust schwerpunktmässig Frauen in der Deiner Praxis für traditionelle chinesische Medizin in Wädenswil . Welche Beschwerden haben Frauen, die zu Dir kommen?


Lieber Ziad, vielen Dank für die interessanten Fragen.

Zu mir finden Frauen, die hauptsächlich mit gynäkologischen Beschwerden zu tun haben. Dazu gehören Zyklusbeschwerden, wie eine schmerzhafte Menstruation, ein unregelmässiger Zyklus oder gar eine ausbleibende Periode. In diesem Zusammenhang behandle ich auch oft Frauen, die mich mit Kinderwunsch aufsuchen, manchmal auch als Unterstützung bei IVF-Zyklen.

Weitere Beschwerden, die ich oft sehe sind PCOS, PMS (Prämenstruelles Syndrom), Myome oder Zysten.

Nicht zu vergessen, Frauen die mit Wechseljahresbeschwerden zu mir kommen, wie zum Beispiel übermässiges Schwitzen, Hitzewallungen oder Schlafstörungen.

Welche Methoden wendest Du an?

Ich arbeite mit der Akupunktur, mit chinesischen Arzneimitteln, mit Moxibustion und mit dem Schröpfen.

Schwangere Frauen betreust Du auch. Was kannst du im Besonderen aus Deiner Perspektive zu diesen Frauen berichten?

Die Schwangerschaft ist ein sehr besonderer Zustand und hat viele Facetten. Nebst normalen Veränderungen treten bei einigen Frauen Beschwerden auf, wie Übelkeit, Müdigkeit oder vorzeitige Wehen, um ein paar Beispiele zu nennen. Regelmässige Pausen im Alltag wirken sich positiv auf Mutter und Kind aus, es ist jedoch in der Hektik nicht immer möglich, sich diese Zeit zu nehmen. Ich beobachte, dass sich die Frauen bei mir in der Praxis entspannen können, runterfahren und die kurze Zeit für sich und ihr Baby geniessen. Die meisten Schwangeren durchlaufen verschiedene Emotionen, von der ersten Freude, über Angst, Nervosität und natürlich Vorfreude. Ich gebe gerne einen Raum, indem alle Gefühle Platz haben dürfen, Sorgen und Fragen geteilt werden können. Zum Teil helfen bereits kleine «Tipps und Tricks», um mit einem besseren Gefühl nach Hause zu gehen.

Jede Schwangerschaft ist anders und darf individuell betrachtet und behandelt werden, was die Betreuung sehr abwechslungsreich und spannend macht. Ich lerne immer wieder dazu und kann die gewonnene Erfahrung somit weitergeben.

Wie beurteilst Du den Stellenwert der tradionellen chinesischen Medizin im Gesamtkontext der (schul-) medizinischen Versorgung der Frau?


Wir leben in einer Zeit, in der uns vieles offensteht und die Menschen sich in diversen Bereichen öffnen und neu orientieren. So auch im Gesundheitswesen. Viele begehen den schulmedizinischen Weg, und möchten sich zusätzlich «alternativ» behandeln lassen. Andere wiederum suchen gleich zu Beginn einen Komplementärtherapeuten auf. Beides ist möglich, die TCM kann entweder als Erstanlaufstelle dienen, oder sie kann als Komplement zum Einsatz kommen und bereits vorhandene Diagnosen und Abklärungen miteinbeziehen.

Ich persönlich sehe den integrativen Weg als eine gelungene Lösung, die Zusammenarbeit und Verbindung zwischen dem westlichen und dem fernöstlichen System. Es können Synergien geschaffen werden zwischen der TCM und der Schulmedizin und so die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen optimal behandelt werden.

Insbesondere im Gebiet der Gynäkologie ist die TCM ein sehr starker Zweig, den ich als wunderbare Ergänzung zur Schulmedizin sehe. Insofern beurteile ich den Stellenwert der traditionellen chinesischen Medizin als eine wertvolle Ergänzung in der medizinischen Versorgung unserer Gesellschaft.

Liebe Noemi, Vielen Dank für das Interview.


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